JANUAR ‘16

15.06.2017

PEAK #1

JUNI ‘17, PEAK #1
VOM REISEN MIT WALLPAPER UND COOL CITIES …

VOM REISEN MIT WALLPAPER UND COOL CITIES …

Wenn ich einen Städtetrip plane, dann zieht es mich selten an die touristischen Hauptattraktionen… ok, sie gehören dazu, weil man sie gesehen haben muss oder manchmal eben auch nicht. Mein größeres Interesse wird geweckt von den kleineren Vierteln abseits der Massen.

Früher war der Wallpaper City Guide ein treuer Buchbegleiter, hier hat man den ein oder anderen Ort gefunden der einen dann verzaubert hat und den man auf Ewigkeiten mit einer Stadt verbindet. Heute lasse ich mich von der App Cool Cities inspirieren… ein digitaler Cityguide mit allerlei Tipps zu allen Kategorien. Auch hier muss man suchen und sich einlesen um das zu finden was dem eigenen Interesse entspricht und nicht zuletzt dem eigenen Geldbeutel. Cool Cities erzählt von interessanten Menschen und deren Städten, von interessantem Design, interessanter Architektur und hilft einem interessante Orte zu finden. So bin ich zum Beispiel in Miami im Freehand gelandet, einem Hostel welches ich nach vier Tagen am liebsten gar nicht mehr verlassen hätte und in Paris im Candelaria, einer Cocktailbar welche mir den leckersten Cocktail meines Lebens beschert hat, von den mexikanischen Leckereien ganz zu schweigen…

Das Freehand in Miami ist eine Oase mitten in der Stadt, zum Meer ist es nur ein Katzensprung. Das Gebäude aus den 30iger Jahren liegt am Indian Creek River, es ist eines der klassischen Art Deco Häuser in Miami Beach, das Highlight ist der Innenhof. Auf bunt gemixten Sitzmöbeln sitzt man hier unter Palmen, zwischen Farnen, Springbrunnen und dem kleinen Pool. Hier findet das Leben statt, es beginnt morgens mit einem einfachen Frühstück und den Tag kann man wenn man möchte im dazugehörigen Restaurant 27 oder der Bar Broken Shaker ausklingen lassen. Beide Einrichtungen sind ebenfalls einen Besuch wert. Die vier Tage im Freehand werde ich so schnell nicht vergessen, es ist ein wunderschöner Platz mitten in der Großstadt von Miami Beach. Die sympathische Mischung aus Menschen vieler Nationen, viele kleine Details und eine liebevolle Gestaltung schaffen eine einmalige Atmosphäre zum Wohlfühlen… ein gelungenes Rundumpaket.

Das Candelaria in Paris hätte ich ohne meine Recherchen vorab gar nicht entdeckt. Ein unscheinbarer Eingang führt einen zunächst in einen winzig kleinen Raum, der gerade einmal Platz für einen Tisch für etwa sechs Personen und die kleine Theke bietet. Hier kann man die leckeren mexikanischen Tacos genießen oder man bahnt sich den Weg zur unscheinbaren Tür am Ende der Theke, der Eintritt zur Cocktailbar und in eine ganz andere Atmosphäre… Am Abend fühlt man sich hier nahezu wie in einer Höhle, Platzangst darf man keine haben und beim Bezahlen muss man einmal beide Augen zudrücken, es ist eben Paris… Dafür verstehen die Barkeeper ihr Handwerk, die Kreationen sind köstlich.

Wer Lust hat sich ein paar Inspirationen zu holen, auf unserer Pinterest-Seite „PURIST Reisen: off to see the world!“ habe ich ein paar Bilder zusammengestellt. Und viel Spaß beim digitalen Reisen auf http://www.cool-cities.de/

AUTORIN

STEFANIE MARTIN
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

s.martin@purist-design.de

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JUNI ‘17, PEAK #2
GEGENSÄTZE ZIEHEN SICH AN …

GEGENSÄTZE ZIEHEN SICH AN …

… und ergänzen sich ganz wunderbar.
Und je ehrlicher die Ausstrahlung beider Elemente ist, umso deutlicher sie ihre Gegensätzlichkeit zeigen können, desto reizvoller wird ihr Zusammenspiel. So kann ich mich zum Beispiel an meiner Lieblingskombination von den beiden Materialien Sichtbeton und Naturholz nie satt sehen. Auf der einen Seite steht der künstliche Baustoff Beton: hart, rau, massiv, kalt und auf der anderen Seite der natürliche Rohstoff Holz: weich, lebendig und warm.

Unterschiedlicher und gegensätzlicher könnten die beiden Materialien nicht sein. Kombiniert man sie, dann wird die Andersartigkeit des jeweiligen Gegenspielers noch deutlicher hervorgehoben und auch optisch grenzen sie sich ganz eindeutig voneinander ab.

Da beide Elemente ganz unterschiedlichen Materialeigenschaften haben, konkurrieren sie aber auch nicht miteinander. Jedes Material hat an seinem zugewiesenen Platz auch seine Berechtigung – vielleicht harmonieren beide deshalb so gut miteinander.

Vielleicht sind es aber auch die verborgenen Gemeinsamkeiten, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt, die diese Verbindung so attraktiv machen?

Denn beide Materialien erzählen eine Geschichte: über die Bedingungen bei der Entstehung, die Umwelteinflüsse und die Umgebung oder andere äußere Faktoren, die beide Materialien zum Unikat werden lassen.

Bei den verschiedenen Holzarten kann ich die Entstehungsgeschichte leicht ablesen: an den Jahrringen das Alter und ob es ein trockenes oder ein gutes Jahr war, an Druckholz und Spannungsrissen oder Astverwachsungen. Durch meine Holzauswahl kann ich hier schon vorher festlegen, welche Geschichte das Holz erzählen soll und kann diese durch eine entsprechende
Bearbeitung noch markanter machen.

Beim Beton bleibt die Geschichte allerdings spannend bis zum Schluss. Alle Komponenten kann ich bestmöglichst bestimmen und trotzdem wird das sichtbare Ergebnis von fast unkalkulierbaren Umwelteinflüssen mitbestimmt, die erst nach dem Entschalen zum Vorschein kommen. So wird auch eine Betonfläche nie einer anderen gleichen.

Je sensibler ich als Designer, Architekt oder Innenarchitekt mit dem natürlichen Charakter der Materialien umgehe desto größer wird deren Ausstrahlungskraft und es kann ein spannungsvolles und lebendiges Wechselspiel zwischen den Materialien entstehen welches nie langweilig wird.

AUTORIN

doro

DOROTHEA KESS
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

d.kess@purist-design.de

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