JANUAR ‘16

MäRZ ‘17
BEGEISTERUNG, HOCHACHTUNG UND EIN BISSCHEN MITLEID …

Ich schwanke zwischen Begeisterung, Hochachtung und ein bisschen Mitleid …

Am 11.01.2017 wurde die Elbphilharmonie eingeweiht, ein hochfeierlicher Akt, endlich! Dieses Gebäude bewegt mich emotional aus vielen Gründen. Es steht in einer unglaublich tollen Stadt, an einem außergewöhnlich interessanten Platz und wurde zudem noch von meinen Lieblingsarchitekten geschaffen. Wie oft stand ich nun schon vor diesem Bauwerk, eingehüllt in Planen und von Gerüsten umgeben. Die Fertigstellung ließ lange auf sich warten, dies hatte wohl viele Gründe, aber um diese geht es mir hier nicht. Die Präzision mit welcher Herzog & de Meuron ihre Projekte umsetzen, welche Detailarbeit und Liebe zum Detail in allen Bereichen stecken und nicht zu vergessen die Geschichte hinter den Bauwerken, das sind die Dinge die mich begeistern.

Wo soll man anfangen, nahezu nichts entspricht bei der Elbphilharmonie einem Standard, die individuellen Fassadenelemente, alle präzise entwickelt und geformt, auf Höchstansprüche geprüft, denn die Fassade muss dem rauen Klima standhalten können. Die akustische Oberfläche im Konzertsaal, individuell gefräst, soll Sie höchste Ansprüche erfüllen und dabei dem Konzept des runden Konzertsaales, in welchem man sich als Teil des Ganzen fühlen soll gerecht werden. Die Bemühungen alle Geräusche des Konzertes im Inneren des Saales zu behalten, aber auch die lauten Hafengeräusche nicht ins Innere dringen zu lassen wurden durch eindrucksvolle Art und Weise realisiert, ein sozusagen schwebender komplett entkoppelter Saal ist entstanden. Die individuell gefertigten Leuchten, die eine Lichtstreuung erzeugen, welche die Fertigung einer mundgeblasenen Kugel an Ihre Grenzen brachte. Man könnte die Liste hier nun wahrscheinlich unendlich fortsetzen.

Meine Begeisterung habe ich hiermit zum Ausdruck gebracht, meine Hochachtung gilt den Architekten, Bauleitern, Handwerkern und allen Beteiligten die dieses Kunstwerk haben entstehen lassen. Und gleichzeitig habe ich ein bisschen Mitleid mit allen, denn ich kann mir gut vorstellen wie viele schlaflose Jahre, graue Haare und Verzweiflung mit diesem Bauwerk verbunden sein müssen.

Im Falle der Elbphilharmonie passt für mich vieles zusammen, die exponierte Lage auf einer Landzunge mitten im alten Hamburger Hafen, die spannende Mischung aus Alt und Neu. Die Art und Weise wie diese „Welle“ auf dem alten Kaispeicher thront und die große Neugier dieses Gebäude nun endlich einmal im fertigen Zustand zu sehen, den Innenraum real zu erleben, die Akustik und die unglaublichen Ausblicke nach draußen auf mich wirken zu lassen. Ich hoffe, dass ich dies sehr bald erleben darf und mich das Ganze in seinen Bann zieht so wie es vor vielen Jahren die Tate Modern in London geschafft hat.

AUTORIN

STEFANIE MARTIN
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

s.martin@purist-design.de

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