JANUAR ‘16

17.05.2017
MAI ‘17
PAPIER STATT PLASTIK – VON DER SORGE UM DAS PAUSENBROT

PAPIER STATT PLASTIK – VON DER SORGE UM DAS PAUSENBROT

Letztes Jahr habe ich einen sehr interessanten wie auch sehr erschreckenden Bericht im Fernsehen gesehen. In der Sendung „Plasik? Nein danke!“ (http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/plastik-170.html) wurde über ein Experiment berichtet, in der eine siebenköpfige Familie vier Wochen lang den Versuch gestartet hat in ihrem Haushalt weitgehend auf Plastikprodukte zu verzichten. In einer Urinprobe jedes Familienmitglieds am Anfang des Experiments wurden Giftstoffe, die im Plastik zu finden sind nachgewiesen. Am Ende der vier Wochen konnte durch eine weitere Urinprobe eine deutliche Reduktion der Schadstoffbelastung festgestellt werden.

Dieser Beitrag war ein Impuls. Ich hatte bereits das Bewusstsein, dass Phthalate (Weichmacher, die z.B. für die Herstellung von PVC-Folien verwendet werden) und Bisphenol A (BPA) extrem schädlich sind und hatte gelesen, dass diese Stoffe eine Veränderung des Hormonsystems hervorrufen und Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben.

Durch die Sendung wurde ich erneut wachgerüttelt. Und vor allem als Mutter haben bei mir die Alarmglocken geläutet. In der Folge habe ich dann ganz bewusst unserer Küchenschränke auf Plastikbehälter und Folien untersucht. Bereits vor Jahren habe ich aus diesem Grund sämtliche Trinkflachen aus PVC und aus Aluminium (ähnliches Thema) rausgeschmissen und den Kindern Stoffummantelte Glasflaschen (Emil, die Flasche zum anziehen) für den Kindergarten, die Schule und den Sport gekauft. Bei der Verpackung des täglichen Pausenbrots bin ich bis dato an den handelsüblichen Hartplastikdosen nicht wirklich vorbeigekommen. Mein Testversuch die Pausenbrote in Butterbrottüten zu verpacken scheiterte daran, dass das sauber gestapelte Brot im Ranzen durcheinander gewürfelt oder gar zerquetscht wurde.

Auf der Suche nach einer Lösung habe ich mich dann an meine Zeit in Asien erinnert, aus der ich aus Japan die traditionellen Bentō-Boxen kannte. Mehrstöckige Holzboxen, die innen für verschiedene kalte und warme Speisen unterteilt sind. Bei der Recherche nach einem passenden Bentō für meine Kinder bin ich dann auf die französische Marke monbento gestoßen. Genau das, nachdem ich gesucht habe: eine moderne, farbenfrohe Kollektion, die aus hochwertigem und BPA freiem Kunststoff hergestellt wird.

Das spannende an meiner Suche nach einer neuen Verpackung des Pausenbrots war, dass es mittlerweile einige Firmen auf dem Markt gibt, die sich gezielt mit dieser Thematik auseinander setzen und alternative Produkte zur z.B. gewöhnlichen Frischhaltefolie anbieten. Wiederverwendbare Folien auf Bienenwachs-Basis gibt es zum Beispiel von Bee’s Wrap und Jaus’n Wrap. Hiervon bin ich sehr begeistert, denn jetzt ist unser Brotlaib auch gut verpackt.

Die TV-Sendung hat auch wieder mein Blick beim Supermarkt-Einkauf geschärft und ich schaue mir nun die Produktverpackungen noch genauer und viel bewusster an. Wie zum Beispiel beim Obst: Warum muss die Gurke eingeschweißt, die Äpfel, Erdbeeren etc. mit Folien überzogen sein? Und warum darf man dem/der Fleisch-, Wurst- und Käseverkäufer/-in nicht seine mitgebrachte Dose über die Theke reichen, so dass die Ware nicht in einem folienüberzogenen Papier landet? So kämpft z.B. der Betreiber von mehreren E-Center Märkten, Herr Dieter Hieber, gegen den massiven Plastikmüll in seinen Filialen. Mit seinem Pilotprojekt „Mehrweg-Hygiene-Schleuse“ versucht er neue Wege zu finden, Plastikverpackungen zu reduzieren und setzt sich sogar zum Ziel, Plastikverpackungen aus seinen Märkten gänzlich zu verbannen. Weiter so!

Ich muss gestehen, dass die Konzepte der „Verpackungsfreien Supermärkte“ auch nicht so ganz dem entsprechen, wie ich einkaufen will; zumal diese Läden noch nicht an allen Ecken zu finden sind und ich mir mit meinen täglich knappen Zeitressourcen auch nicht vorstellen kann, die Dosen und Fläschchen immer mit mir herumzuführen. Aber ich denke, zumindest der Ansatz ist gut. Und noch besser würde ich es finden, wenn sich die Verpackungsindustrie über neue Materialien (eben kein Plastik und kein Aluminium) noch mehr Gedanken machen würde. Es würde auch einiges erleichtern, wenn die Verpackungen selbst eine entsprechend klarere Kennzeichnung bekommen, wie z.B. BPA freie Verpackung oder ähnliches.

Sicherlich bin ich kein übertriebener „Öko“, aber nach dem kleinen „Anstupser“ dieser Sendung macht es mir einfach Spaß, hierauf zu achten. Und vor allem macht es Spaß, den Kleinen das Bewusstsein zu vermitteln, dass eben Gurken auf dem Feld keine Plastikmäntel tragen!

AUTORIN

yvonne

YVONNE KREEB
Diplom-Ingenieurin, Geschäftsführerin
PURIST GmbH, Ludwigsburg

y.kreeb@purist-design.de

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