JANUAR ‘16

22.01.2018
JANUAR ‘18
GEGENSÄTZE ZIEHEN SICH AN …

GEGENSÄTZE ZIEHEN SICH AN …

… und ergänzen sich ganz wunderbar.
Und je ehrlicher die Ausstrahlung beider Elemente ist, umso deutlicher sie ihre Gegensätzlichkeit zeigen können, desto reizvoller wird ihr Zusammenspiel. So kann ich mich zum Beispiel an meiner Lieblingskombination von den beiden Materialien Sichtbeton und Naturholz nie satt sehen. Auf der einen Seite steht der künstliche Baustoff Beton: hart, rau, massiv, kalt und auf der anderen Seite der natürliche Rohstoff Holz: weich, lebendig und warm.

Unterschiedlicher und gegensätzlicher könnten die beiden Materialien nicht sein. Kombiniert man sie, dann wird die Andersartigkeit des jeweiligen Gegenspielers noch deutlicher hervorgehoben und auch optisch grenzen sie sich ganz eindeutig voneinander ab.

Da beide Elemente ganz unterschiedlichen Materialeigenschaften haben, konkurrieren sie aber auch nicht miteinander. Jedes Material hat an seinem zugewiesenen Platz auch seine Berechtigung – vielleicht harmonieren beide deshalb so gut miteinander.

Vielleicht sind es aber auch die verborgenen Gemeinsamkeiten, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt, die diese Verbindung so attraktiv machen?

Denn beide Materialien erzählen eine Geschichte: über die Bedingungen bei der Entstehung, die Umwelteinflüsse und die Umgebung oder andere äußere Faktoren, die beide Materialien zum Unikat werden lassen.

Bei den verschiedenen Holzarten kann ich die Entstehungsgeschichte leicht ablesen: an den Jahrringen das Alter und ob es ein trockenes oder ein gutes Jahr war, an Druckholz und Spannungsrissen oder Astverwachsungen. Durch meine Holzauswahl kann ich hier schon vorher festlegen, welche Geschichte das Holz erzählen soll und kann diese durch eine entsprechende
Bearbeitung noch markanter machen.

Beim Beton bleibt die Geschichte allerdings spannend bis zum Schluss. Alle Komponenten kann ich bestmöglichst bestimmen und trotzdem wird das sichtbare Ergebnis von fast unkalkulierbaren Umwelteinflüssen mitbestimmt, die erst nach dem Entschalen zum Vorschein kommen. So wird auch eine Betonfläche nie einer anderen gleichen.

Je sensibler ich als Designer, Architekt oder Innenarchitekt mit dem natürlichen Charakter der Materialien umgehe desto größer wird deren Ausstrahlungskraft und es kann ein spannungsvolles und lebendiges Wechselspiel zwischen den Materialien entstehen welches nie langweilig wird.

AUTORIN

doro

DOROTHEA KESS
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

d.kess@purist-design.de

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