JANUAR ‘16

14.06.2017

PEAK #2

JUNI ‘17, PEAK #1
VOM REISEN MIT WALLPAPER UND COOL CITIES …

VOM REISEN MIT WALLPAPER UND COOL CITIES …

Wenn ich einen Städtetrip plane, dann zieht es mich selten an die touristischen Hauptattraktionen… ok, sie gehören dazu, weil man sie gesehen haben muss oder manchmal eben auch nicht. Mein größeres Interesse wird geweckt von den kleineren Vierteln abseits der Massen.

Früher war der Wallpaper City Guide ein treuer Buchbegleiter, hier hat man den ein oder anderen Ort gefunden der einen dann verzaubert hat und den man auf Ewigkeiten mit einer Stadt verbindet. Heute lasse ich mich von der App Cool Cities inspirieren… ein digitaler Cityguide mit allerlei Tipps zu allen Kategorien. Auch hier muss man suchen und sich einlesen um das zu finden was dem eigenen Interesse entspricht und nicht zuletzt dem eigenen Geldbeutel. Cool Cities erzählt von interessanten Menschen und deren Städten, von interessantem Design, interessanter Architektur und hilft einem interessante Orte zu finden. So bin ich zum Beispiel in Miami im Freehand gelandet, einem Hostel welches ich nach vier Tagen am liebsten gar nicht mehr verlassen hätte und in Paris im Candelaria, einer Cocktailbar welche mir den leckersten Cocktail meines Lebens beschert hat, von den mexikanischen Leckereien ganz zu schweigen…

Das Freehand in Miami ist eine Oase mitten in der Stadt, zum Meer ist es nur ein Katzensprung. Das Gebäude aus den 30iger Jahren liegt am Indian Creek River, es ist eines der klassischen Art Deco Häuser in Miami Beach, das Highlight ist der Innenhof. Auf bunt gemixten Sitzmöbeln sitzt man hier unter Palmen, zwischen Farnen, Springbrunnen und dem kleinen Pool. Hier findet das Leben statt, es beginnt morgens mit einem einfachen Frühstück und den Tag kann man wenn man möchte im dazugehörigen Restaurant 27 oder der Bar Broken Shaker ausklingen lassen. Beide Einrichtungen sind ebenfalls einen Besuch wert. Die vier Tage im Freehand werde ich so schnell nicht vergessen, es ist ein wunderschöner Platz mitten in der Großstadt von Miami Beach. Die sympathische Mischung aus Menschen vieler Nationen, viele kleine Details und eine liebevolle Gestaltung schaffen eine einmalige Atmosphäre zum Wohlfühlen… ein gelungenes Rundumpaket.

Das Candelaria in Paris hätte ich ohne meine Recherchen vorab gar nicht entdeckt. Ein unscheinbarer Eingang führt einen zunächst in einen winzig kleinen Raum, der gerade einmal Platz für einen Tisch für etwa sechs Personen und die kleine Theke bietet. Hier kann man die leckeren mexikanischen Tacos genießen oder man bahnt sich den Weg zur unscheinbaren Tür am Ende der Theke, der Eintritt zur Cocktailbar und in eine ganz andere Atmosphäre… Am Abend fühlt man sich hier nahezu wie in einer Höhle, Platzangst darf man keine haben und beim Bezahlen muss man einmal beide Augen zudrücken, es ist eben Paris… Dafür verstehen die Barkeeper ihr Handwerk, die Kreationen sind köstlich.

Wer Lust hat sich ein paar Inspirationen zu holen, auf unserer Pinterest-Seite „PURIST Reisen: off to see the world!“ habe ich ein paar Bilder zusammengestellt. Und viel Spaß beim digitalen Reisen auf http://www.cool-cities.de/

AUTORIN

STEFANIE MARTIN
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

s.martin@purist-design.de

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JUNI ‘17, PEAK #2
GEGENSÄTZE ZIEHEN SICH AN …

GEGENSÄTZE ZIEHEN SICH AN …

… und ergänzen sich ganz wunderbar.
Und je ehrlicher die Ausstrahlung beider Elemente ist, umso deutlicher sie ihre Gegensätzlichkeit zeigen können, desto reizvoller wird ihr Zusammenspiel. So kann ich mich zum Beispiel an meiner Lieblingskombination von den beiden Materialien Sichtbeton und Naturholz nie satt sehen. Auf der einen Seite steht der künstliche Baustoff Beton: hart, rau, massiv, kalt und auf der anderen Seite der natürliche Rohstoff Holz: weich, lebendig und warm.

Unterschiedlicher und gegensätzlicher könnten die beiden Materialien nicht sein. Kombiniert man sie, dann wird die Andersartigkeit des jeweiligen Gegenspielers noch deutlicher hervorgehoben und auch optisch grenzen sie sich ganz eindeutig voneinander ab.

Da beide Elemente ganz unterschiedlichen Materialeigenschaften haben, konkurrieren sie aber auch nicht miteinander. Jedes Material hat an seinem zugewiesenen Platz auch seine Berechtigung – vielleicht harmonieren beide deshalb so gut miteinander.

Vielleicht sind es aber auch die verborgenen Gemeinsamkeiten, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt, die diese Verbindung so attraktiv machen?

Denn beide Materialien erzählen eine Geschichte: über die Bedingungen bei der Entstehung, die Umwelteinflüsse und die Umgebung oder andere äußere Faktoren, die beide Materialien zum Unikat werden lassen.

Bei den verschiedenen Holzarten kann ich die Entstehungsgeschichte leicht ablesen: an den Jahrringen das Alter und ob es ein trockenes oder ein gutes Jahr war, an Druckholz und Spannungsrissen oder Astverwachsungen. Durch meine Holzauswahl kann ich hier schon vorher festlegen, welche Geschichte das Holz erzählen soll und kann diese durch eine entsprechende
Bearbeitung noch markanter machen.

Beim Beton bleibt die Geschichte allerdings spannend bis zum Schluss. Alle Komponenten kann ich bestmöglichst bestimmen und trotzdem wird das sichtbare Ergebnis von fast unkalkulierbaren Umwelteinflüssen mitbestimmt, die erst nach dem Entschalen zum Vorschein kommen. So wird auch eine Betonfläche nie einer anderen gleichen.

Je sensibler ich als Designer, Architekt oder Innenarchitekt mit dem natürlichen Charakter der Materialien umgehe desto größer wird deren Ausstrahlungskraft und es kann ein spannungsvolles und lebendiges Wechselspiel zwischen den Materialien entstehen welches nie langweilig wird.

AUTORIN

doro

DOROTHEA KESS
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

d.kess@purist-design.de

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MAI ‘17, PEAK #3
PAPIER STATT PLASTIK – VON DER SORGE UM DAS PAUSENBROT

PAPIER STATT PLASTIK – VON DER SORGE UM DAS PAUSENBROT

Letztes Jahr habe ich einen sehr interessanten wie auch sehr erschreckenden Bericht im Fernsehen gesehen. In der Sendung „Plasik? Nein danke!“ (http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/plastik-170.html) wurde über ein Experiment berichtet, in der eine siebenköpfige Familie vier Wochen lang den Versuch gestartet hat in ihrem Haushalt weitgehend auf Plastikprodukte zu verzichten. In einer Urinprobe jedes Familienmitglieds am Anfang des Experiments wurden Giftstoffe, die im Plastik zu finden sind nachgewiesen. Am Ende der vier Wochen konnte durch eine weitere Urinprobe eine deutliche Reduktion der Schadstoffbelastung festgestellt werden.

Dieser Beitrag war ein Impuls. Ich hatte bereits das Bewusstsein, dass Phthalate (Weichmacher, die z.B. für die Herstellung von PVC-Folien verwendet werden) und Bisphenol A (BPA) extrem schädlich sind und hatte gelesen, dass diese Stoffe eine Veränderung des Hormonsystems hervorrufen und Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben.

Durch die Sendung wurde ich erneut wachgerüttelt. Und vor allem als Mutter haben bei mir die Alarmglocken geläutet. In der Folge habe ich dann ganz bewusst unserer Küchenschränke auf Plastikbehälter und Folien untersucht. Bereits vor Jahren habe ich aus diesem Grund sämtliche Trinkflachen aus PVC und aus Aluminium (ähnliches Thema) rausgeschmissen und den Kindern Stoffummantelte Glasflaschen (Emil, die Flasche zum anziehen) für den Kindergarten, die Schule und den Sport gekauft. Bei der Verpackung des täglichen Pausenbrots bin ich bis dato an den handelsüblichen Hartplastikdosen nicht wirklich vorbeigekommen. Mein Testversuch die Pausenbrote in Butterbrottüten zu verpacken scheiterte daran, dass das sauber gestapelte Brot im Ranzen durcheinander gewürfelt oder gar zerquetscht wurde.

Auf der Suche nach einer Lösung habe ich mich dann an meine Zeit in Asien erinnert, aus der ich aus Japan die traditionellen Bentō-Boxen kannte. Mehrstöckige Holzboxen, die innen für verschiedene kalte und warme Speisen unterteilt sind. Bei der Recherche nach einem passenden Bentō für meine Kinder bin ich dann auf die französische Marke monbento gestoßen. Genau das, nachdem ich gesucht habe: eine moderne, farbenfrohe Kollektion, die aus hochwertigem und BPA freiem Kunststoff hergestellt wird.

Das spannende an meiner Suche nach einer neuen Verpackung des Pausenbrots war, dass es mittlerweile einige Firmen auf dem Markt gibt, die sich gezielt mit dieser Thematik auseinander setzen und alternative Produkte zur z.B. gewöhnlichen Frischhaltefolie anbieten. Wiederverwendbare Folien auf Bienenwachs-Basis gibt es zum Beispiel von Bee’s Wrap und Jaus’n Wrap. Hiervon bin ich sehr begeistert, denn jetzt ist unser Brotlaib auch gut verpackt.

Die TV-Sendung hat auch wieder mein Blick beim Supermarkt-Einkauf geschärft und ich schaue mir nun die Produktverpackungen noch genauer und viel bewusster an. Wie zum Beispiel beim Obst: Warum muss die Gurke eingeschweißt, die Äpfel, Erdbeeren etc. mit Folien überzogen sein? Und warum darf man dem/der Fleisch-, Wurst- und Käseverkäufer/-in nicht seine mitgebrachte Dose über die Theke reichen, so dass die Ware nicht in einem folienüberzogenen Papier landet? So kämpft z.B. der Betreiber von mehreren E-Center Märkten, Herr Dieter Hieber, gegen den massiven Plastikmüll in seinen Filialen. Mit seinem Pilotprojekt „Mehrweg-Hygiene-Schleuse“ versucht er neue Wege zu finden, Plastikverpackungen zu reduzieren und setzt sich sogar zum Ziel, Plastikverpackungen aus seinen Märkten gänzlich zu verbannen. Weiter so!

Ich muss gestehen, dass die Konzepte der „Verpackungsfreien Supermärkte“ auch nicht so ganz dem entsprechen, wie ich einkaufen will; zumal diese Läden noch nicht an allen Ecken zu finden sind und ich mir mit meinen täglich knappen Zeitressourcen auch nicht vorstellen kann, die Dosen und Fläschchen immer mit mir herumzuführen. Aber ich denke, zumindest der Ansatz ist gut. Und noch besser würde ich es finden, wenn sich die Verpackungsindustrie über neue Materialien (eben kein Plastik und kein Aluminium) noch mehr Gedanken machen würde. Es würde auch einiges erleichtern, wenn die Verpackungen selbst eine entsprechend klarere Kennzeichnung bekommen, wie z.B. BPA freie Verpackung oder ähnliches.

Sicherlich bin ich kein übertriebener „Öko“, aber nach dem kleinen „Anstupser“ dieser Sendung macht es mir einfach Spaß, hierauf zu achten. Und vor allem macht es Spaß, den Kleinen das Bewusstsein zu vermitteln, dass eben Gurken auf dem Feld keine Plastikmäntel tragen!

AUTORIN

yvonne

YVONNE KREEB
Dimplom-Ingenieurin, Geschäftsführerin
PURIST GmbH, Ludwigsburg

y.kreeb@purist-design.de

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MAI ‘17, PEAK #4
WAS MACHT EINEN PLATZ ZU MEINEM LIEBLINGSPLATZ?

WAS MACHT EINEN PLATZ ZU MEINEM LIEBLINGSPLATZ?

„Was ist das hier eigentlich? Wieso ist hier immer so viel los? Gibt es hier etwas Besonderes?“

Mit diesen drei Fragen wurde ich neulich überrumpelt, als ich gerade mit einer Freundin zusammen am Palast der Republik in Stuttgart ein kühles Bier trinken war. Da saßen wir also, schauten uns an und zuckten mit den Schultern, denn auf alle drei Fragen hatten wir so schnell keine richtige Antwort…

Der Palast ist weder eine Kneipe noch ein Biergarten, aber auch keine klassische Bar. Im Sommer sitzt man einfach da, auf dem Boden oder am Rand der Blumenkübel oder man ergattert einen der wenigen Tische. Sein Getränk holt man sich selbst. Das „Haus“ wo es die Getränke gibt ist eigentlich eine Art Pavillon, in den 1920er Jahren war es sogar einmal eine öffentliche Toilette, später dann ein Zeitungskiosk und Buchladen. Und heute steht darin die Bar.

Es ist immer viel los, das stimmt, vor allem im Sommer wenn es warm ist. Aber nüchtern betrachtet gibt es hier weder etwas Besonderes noch ist der Ort außergewöhnlich schön. Bis zu diesen drei Fragen hatte ich nie wirklich darüber nachgedacht was den Ort zu dem macht was er ist. Man geht da einfach hin im Sommer, schon seit Jahren immer wieder. Es ist irgendwie gemütlich, unkonventionell, eine bunte Mischung von Menschen und genau das macht es wahrscheinlich aus. Es ist keine Modeerscheinung, wie so viele andere Bars in der Stadt.

Architektonisch hat sich das Areal um den Palast die letzten Jahre sehr gewandelt, wie so vieles in Stuttgart. Viele Restaurants und Bars haben gewechselt, Häuser wurden abgerissen und neue kamen hinzu. Und trotzdem der Palast der Republik ist immer noch der „Alte“.

Es ist interessant wie man plötzlich anfängt über Dinge nachzudenken. Was macht einen Platz zu meinem Lieblingsplatz, wieso fühlt man sich an manchen Orten wohl und an anderen nicht? Auch wenn man sich als Innenarchitektin beruflich viel mit solchen Themen auseinandersetzt ist dieser Punkt gar nicht immer so leicht zu erklären. Im Falle Palast zumindest nicht rational…

„Richtig Sommer ist es in Stuttgart erst, wenn man am Palast der Republik aufpassen muss, dass man den auf den Boden Sitzenden nicht auf die Finger latscht.“ (Zitat Geheimtipp Stuttgart)

AUTORIN

STEFANIE MARTIN
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

s.martin@purist-design.de

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MAI ‘17, PEAK #5
ÄTHIOPISCHE KAFFEEZEREMONIE ODER SLOW COFFEE MOVEMENT?

ÄTHIOPISCHE KAFFEEZEREMONIE ODER SLOW COFFEE MOVEMENT?

Immer, wenn ich einen Bericht über den “neuen” Trend “Slow Coffee Movement” entdecke, huscht mir ein Lächeln übers Gesicht, denn ich werde sofort an meine Reise nach Äthiopien erinnert, wo ich die schönste Art Kaffee zu genießen kennengelernt habe.

Dort ist die Tradition der Kaffeezeremonie kulturell tief verwurzelt, denn die Geschichte des Kaffees beginnt in Äthiopien. Wie und wo die Kaffeebohne und das Getränk Kaffee in Äthiopien entdeckt wurden, darüber gibt es viele Legenden und Geschichten. Eine davon erzählt, dass Hirten ihre Ziegen beim Fressen von roten Beeren beobachteten und die Ziegen anscheinend davon sehr aufgeweckt und unruhig wurden. Als ein Hirte die Frucht am Abend selbst probierte und er den Geschmack aber so bitter und ungenießbar fand, spuckte er diese sofort ins Feuer. Durch das Feuer entfaltete sich der verführerische Duft von gerösteten Kaffeebohnen und verbreitete das herrliche Kaffeearoma.

Das Ursprungsgebiet von Kaffee liegt in den Bergen von Kaffa, dem abessinischen Hochland. In Äthiopien liegen heute drei der besten Anbaugebiete von Arabica Kaffee weltweit – Yirga, Harar und Sidamo. Die hohe Qualität und die Besonderheit des äthiopischen Kaffees liegen in der Tatsache, dass der Kaffee immer noch traditionell von wildwachsenden Bäumen in den Waldgärten des Regenwaldes geerntet wird und nicht in Plantagen. In einer Höhe von 1200 bis 2000 Meter und mit einer Durchschnittstemperatur von 18 bis 22°C herrschen optimale Bedingungen für den Kaffeeanbau. Die Ernte erfolgt in mühsamer Handarbeit. So werden immer nur die reifen Früchte geerntet, was eine gleichbleibend erstklassige Qualität garantiert.

Kaffee hat einen unglaublich hohen traditionellen Stellenwert in der äthiopischen Gesellschaft. Das Herz Äthiopiens schlägt für Kaffee und wer dieses Herz entdecken will, hat dazu die beste Möglichkeit bei einer äthiopischen Kaffeezeremonie.

Als ich bei meinen Freunden in Äthiopien ankam, wurde ich nach der allgemeinen Begrüssungsrunde (diese hat einige Zeit gedauert, denn es sind sehr viele, die auf dem Hof und im Haus geschäftig unterwegs sind und es ist ein kommen und gehen von Familienmitgliedern, Freunden, Nachbarn, Hilfskräften und Neugierigen) herzlich auf einen Kaffee eingeladen. Da ich Kaffee liebe, habe ich die Einladung sehr gern angenommen, parallel dazu habe ich aber auch bemerkt, dass die Vorbereitungen zur obligatorischen Kaffeezeremonien schon längst in vollem Gange waren und sich die ersten schon im Kreis um den kleinen Ofen, auf den gerade nochmal glühenden Kohlen aus der Küche nachgelegt wurden, platzierten.

Die Kaffeezeremonie wird auch innerhalb der Familie ein- bis dreimal am Tag durchgeführt, darf aber auf keinen Fall fehlen wenn Gäste kommen. Die Zubereitung des Kaffees ist reine Frauensache. In einem extra dafür angelegten traditionellen Kleid mit dem typischen Schal setzt sich die Gastgeberin auf einen Hocker. Vor ihr auf dem Boden verteilt sie frische Gräser zur Dekoration, während sich die Gäste im Kreis um sie herum verteilen, zuschauen und sich unterhalten. Die gewaschenen grünen Kaffeebohnen werden in einer kleinen Pfanne auf einem Ofen mit glühender Kohle geröstet und verbreiten so einen verführerischen Duft. Das dauert seine Zeit und braucht Geduld.

Die noch heißen Bohnen werden anschließend in einem Holzmörser zu feinem Pulver zerstoßen, während in einer Jebana das Wasser auf dem Ofen zum Kochen gebracht wird. Die Jebana ist das traditionelle Tongefäß zum Kaffee kochen und wird direkt auf die glühende Kohle gestellt. Sie ist bauchig rund und hat einen langen Hals mit Ausgießer.

Um die Feierlichkeit der Zeremonie noch zu unterstreichen werden zusätzlich noch einige Brocken Weihrauch auf die Kohle gelegt und entfalten zusammen mit dem Kaffee und der Holzkohle einen sehr schweren sinnlichen Duft. Sobald das Wasser in der Jebana kocht, wird das Kaffeepulver eingefüllt und der Kaffee für den ersten Sud ein bis dreimal aufgekocht. Auf einem Tablett neben dem Ofen stehen schon die vorbereiteten Mokkatässchen bereit, die nun für die Gäste eingefüllt werden und mit mindestens 2 kleine Löffel Zucker serviert werden. Je nach Region werden im Kaffee auch Gewürze wie Kardamom oder Nelken, Milch oder Butter mitgekocht.

Während die Gäste ihre erste Tasse genüsslich schlürfen, bereitet die Gastgeberin den zweiten Sud vor. Drei Tassen sind bei einer äthiopischen Kaffeezeremonie Pflicht. Die erste Tasse wird zum reinen Genuss getrunken. Die zweite Tasse wird zum Besprechen aktueller Probleme genutzt und die dritte wird zum Segen der Anwesenden getrunken. Zum Kaffee wird meist gesalzenes Popcorn und geröstetes und gewürztes Getreide „Kollo“ gereicht.

Eine Kaffeezeremonie hat im alltäglichen Leben der Menschen in Äthiopien, vor allem im Leben der Frauen, auch einen wichtigen sozialen Aspekt und wird genutzt, um Meinungsverschiedenheiten zu diskutieren und Probleme untereinander zu lösen.

Die Hintergründe der Kaffeezeremonie in Äthiopien habe ich erst später mitbekommen, den man wird als Gast immer höflichst gefragt und auch die Entscheidung wird ganz und gar toleriert. Es wird aber sehr gern auch mal über eine nicht ganz übliche Entscheidung ein Witz in der Runde gemacht, über den alle herzlich lachen, nur eben nicht die Gäste, wie ich, die kein Amharisch verstehen.

Bei einer äthiopischen Kaffeezeremonie habe ich aber die ganze Warmherzigkeit, die Offenheit, den Humor und die Lebensfreude der äthiopischen Menschen erfahren, die ich sofort ins Herz geschlossen habe.

AUTORIN

doro

DOROTHEA KESS
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

d.kess@purist-design.de

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MAI ‘17, PEAK #6
FORMSCHÖN, ZEITLOS UND MASSIV

FORMSCHÖN, ZEITLOS UND MASSIV

Zahlreiche Entwürfe und Designs der Gegenwart haben ihren Ursprung im Bauhaus oder wurden nachhaltig davon geprägt. Bis heute prägt und inspiriert das Staatliche Bauhaus, welches 1919 von Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet wurde (und bis 1933 in Dessau bestand), die Architektur und Kunst sowie das moderne Design im 20. Jahrhundert. Diese Entwicklung beruht unter anderem auf der völlig neuen Konzeption dieser Schule, welche die Zusammenführung von Kunst und Handwerk lehrte.

Dies vorausgeschickt, möchte ich den Blick auf die Handwerkskunst und Materialität ´schlichter´ Türdrücker und Fenstergriffe (WD28) richten, die seit Anfang der 80-iger Jahre von der Firma TECNOLINE® in Bremen (bis 2002 bei TECNOLUMEN®) hergestellt werden. Es ist faszinierend wie die ursprünglichen Entwürfe von berühmten Gestaltern wieder in neuer Funktion und Qualität aufleben. Diese Manufaktur-Beschläge für Türen, Fenster und Möbel in höchster Qualität, nach den original Entwürfen von berühmten Bauhaus Künstlern wie beispielsweise Walter Gropius, Wilhelm Wagenfeld und Ferdinand Kramer, sind eindrucksvolle Belege für diese Qualitäts- und Detailarbeit. Die Produkte werden ausschließlich in Deutschland hergestellt, von Hand gegossen und in nur zwei Grundmaterialien gefertigt. Der massive Messingguss bietet hierbei diverse Möglichkeiten der Oberflächenbehandlung und -veredelung (poliert, matt, vernickelt, verchromt, roh). Das massive Edelstahl V2A wirkt elegant und zeichnet sich durch eine hervorragende Widerstandsfähigkeit aus (matt gebürstet oder poliert).

Reflektiert man detailliert über Funktion, Verwendung und Einsatzhäufigkeit, so wird klar warum sich große Gestalter so tiefgreifende Gedanken hierzu gemacht haben. Ein Zitat von TECNOLINE® veranschaulicht diesen Umstand sehr gut:  „Der Griff ist die logische Verbindung zwischen Hand und Tür. Wir greifen ihn und dank seiner Funktion bewegen wir mit leichter Hand die Tür. Vielleicht hundertmal am Tag öffnen wir Türen und schließen sie hinter uns. Wir kommen und wir gehen – wir verlassen unser Zuhause, um dem Tagwerk nachzugehen. Oder kehren heim, um Schutz und Geborgenheit zu finden, neue Kraft zu schöpfen und Ruhe zu genießen.“

Es ist ein schöner Gedanke, die Einfachheit eines per se anspruchslosen Türdrückers so zu deuten und zu verstehen, dass ihm dadurch eine zentrale Rolle im Raum zukommt. Sozusagen das zentrale Moment beim Betreten oder Verlassen eines Raumes. Bei Renovierungsobjekten mit entsprechender Gestaltung unterstreichen diese Qualitätsprodukte das gesamte Objekt und werten dieses auf. Vielmehr schärft es beim Nutzer das Bewusstsein für Funktion und Qualität durch seine angenehme Haptik und komplementiert dadurch den gesamten Innenraum. Ich hatte zuvor diverse Griffe eingesetzt, aber erst nachdem ich im eigenen Umfeld den 1928 von Wilhelm Wagenfeld entworfenen Türdrücker und Fenstergriff WD28 einsetzte, kam dieses Verständnis für die Materialität, Detailqualität sowie deren angenehme Haptik auf.

Der WD28 Türdrücker, nebst passender Fensterolive wurde ursprünglich 1928 für die Firma S.A. Loevy entworfen. Der geborene Bremer Wilhelm Wagenfeld kam 1923 ans Bauhaus und ist einer der bekanntesten Bauhaus Gestalter. Neben diversen Designs für Braun, Rosenthal und WMF entstand 1924 in der Bauhaus Metallwerkstatt unter seinem Lehrer László Moholy-Nagy sein bekanntester Entwurf – die zeitlose Tischleuchte mit der halbkugelförmigen Glasglocke (vgl. WG24 von TECNOLUMEN®). Es lohnt sich also immer auf die Details zu achten. Nicht ohne Grund kamen Charles und Ray Eames zu dem Zitat: “The details are not the details; they make the product.”

AUTOR

axel

AXEL KREEB
Diplom-Ökonom, MBA, Geschäftsführer
PURIST GmbH, Ludwigsburg

a.kreeb@purist-design.de

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APRIL ‘17, PEAK #7
GRÜN! MEINE FARBE!

GRÜN! MEINE FARBE!

Mystisch, dramatisch, elegant, frisch, sanft, beruhigend, sinnlich. Sofort denke ich an tropische Gärten, feuchtes Moos, mystische Landschaften im Nebel und … an Scarlet O’Haras (Vivian Leigh im Film „Vom Winde verweht“) pathetischen Auftritt im selbstgeschneiderten Kleid aus schwerem, grünem Velour-Vorhängen.

Bei meinen Farbkonzepten schleicht sich immer wieder der Farbton Grün ein. Umso schöner, dass jetzt viele Möbel- und Stoffhersteller auf die Farbe Grün setzen und nicht nur Pflanzen die Naturfarbe in den Innenraum holen. In der Farbsymbolik wird die Farbe Grün mit Natur, Leben, Fruchtbarkeit, Wachstum und Hoffnung assoziiert und aufgrund ihrer Naturnähe wirkt die Farbe Grün im Allgemeinen beruhigend und harmonisierend. Aus diesem Grund war früher die Farbe Grün sicherlich eine der beliebtesten Farben für Wohnzimmer und Salons. In Kombination mit Eiche, Messing oder Kupfer erzielt ein dunkles sattes Grün einen spektakulären Auftritt. Weiche, pastellfarbige Grüntöne in Kombination mit Weiß lassen den Innenraum frisch und feminin erstrahlen.

Momentan plane ich die Renovierung eines kleinen Badezimmers. Ich möchte gerne den exotischen Flair, der in Asien typischen Outdoor-Duschen mit einfließen lassen. Für die Gestaltung der Wände plane ich mit dem Klassiker unter den Palmprint-Tapeten. Die original Martinique Wallpaper BH90210 stammt ursprünglich aus dem 1942 renovierten Beverly Hills Hotel und ist mitunter wegen der Serie „Golden Girls“ (Schlafzimmer von Blanche) sehr bekannt geworden. Tropisches Duschvergnügen im heimischen Bad!

Auf unserer Pinterest-Pinnwand „PURIST Grün: Meine Farbe!“ habe ich Ihnen viel Grünes zusammengestellt.

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Frühling.

AUTORIN

yvonne

YVONNE KREEB
Dimplom-Ingenieurin, Geschäftsführerin
PURIST GmbH, Ludwigsburg

y.kreeb@purist-design.de

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2 Kommentare

  1. Udo Ziegler 22. Mai 2017 um 8:26 Uhr- Antworten

    Ich würde mich über ein Bild von dem fertiggestellten Bad freuen, bin gespannt!
    Bin satt von dem ewigen Weiß und Grau …

    • Yvonne Kreeb 23. Mai 2017 um 17:10 Uhr- Antworten

      Lieber Udo, ich freue mich auch schon auf die Fertigstellung; dann gibt auch Bilder vom „Dschungelbad“. Du hast recht, wir müssen aus der Grauzone raus…
      *Yvonne*

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APRIL ‘17, PEAK #8
VON BAULÜCKEN UND MIKROARCHITEKTUR

Von Baulücken und Mikroarchitektur

Für viele von uns ist ein großzügiger Wohnraum das Maß aller Dinge. Doch was macht eine gute Raumatmosphäre aus? Vielleicht geht es gar nicht um die Raumgröße sondern vielmehr um eine gute Raumgestaltung?

Für uns Gestalter ist ein Raumkonzept umso anspruchsvoller je weniger Platz vorhanden ist und je mehr Funktionen der Raum erfüllen soll. Wie ich finde, eine immer wieder spannende Aufgabe. So geht es zum Beispiel darum Möbel oder Innenarchitektur zu entwerfen, die verschiedene Funktionen zugleich erfüllen soll. Alle Details werden wichtiger, alle Farben und Materialien müssen sensibel und fein aufeinander abgestimmt werden, da die Schnittstellen viel komplexer sind. Andere Länder stellen sich hier ganz anderen Herausforderungen. In Japans Hauptstadt Tokio ist Platzmangel die Herausforderung an die Gestalter. Winzige freie Räume auch zwischen Häusern werden genutzt um darin zu wohnen. Ein interessantes und zugleich extremes Beispiel hierfür ist die Entwicklung von „Tokios Nest“. Hier wurde ein Prototyp entwickelt, der auf einem 60 cm breiten und 850 cm tiefen Grundriss über zwei Etagen alle wichtigen Bereiche des Wohnens wie Bad, Küche, Wohnen und Schlafen abbildet. Aufgrund von Planungsrichtlinien gibt es in Tokio Lücken zwischen vielen Gebäuden. Diese sollten mit dem Entwurf gefüllt werden. Ein spannender und extremer Ansatz, der aber mit Sicherheit auch auf andere Städte und Bereiche übertragbar ist.

Viele bereits umgesetzte Projekte zeigen auf was möglich ist. So auch das Projekt „Garden & House“ von Ryue Nishizawa. Eine Art Wohnturm eingebettet zwischen Häusern mit vielen transparenten Elementen. Der Außenraum wird umso wichtiger je kleiner der Innenraum ist, Sichtbezüge nach draußen sind von großer Bedeutung und der Innenraum verwächst mit dem Außenraum.

Das „1.8-M Width House“ von YUUA Architects & Associates steht ebenfalls in Japan. In einer Baulücke von lediglich 2,5 m Breite und einer Tiefe von 11 m entstand dieses private Wohnhaus. Licht und frische Luft durchströmt die langen Räume von Seiten der Glasfronten auf den schmalen Gebäudeseiten. Dunkle ruhige Farben geben den Räumen zusätzliche Tiefe.

Ein anderes Haus dieser Art steht in einer ehemaligen Baulücke in Warschau. Das Architekturbüro Jakub Szczęsny entwarf das wahrscheinlich schmalste Haus der Welt. Es misst an der breitesten Stelle gerade einmal 122 cm, an der schmalsten lediglich 72 cm. Eine nahezu nicht vorstellbare Raumsituation macht ein Wohnen auf kleinstem Raum möglich.

Warum stellen wir uns nicht viel mehr diesen Herausforderungen? Vielleicht sollte Platzmangel bei uns nicht der Hauptbeweggrund für ein Umdenken sein, aber doch sicher die überteuerten Preise für Quadratmeter. Ich bin gespannt ob diese Entwicklung in Zukunft auch bei uns mehr Gefallen finden wird.

Auf unserer Pinterest-Pinnwand „PURIST Mikroarchitektur: not only small!“ findet ihr Bilder zu den Projekten.

AUTORIN

STEFANIE MARTIN
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

s.martin@purist-design.de

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APRIL ‘17, PEAK #9
MIR REICHT’S – ICH GEH SCHAUKELN!

MIR REICHT’S – ICH GEH SCHAUKELN!

Einen Moment entspannen, kurz zur Ruhe kommen und durchatmen können, die Seele baumeln lassen und die Gedanken schweifen lassen können – ein Platz zu haben, der dieses Gefühl ermöglicht ist Gold wert! Und nicht immer muss man ein Vermögen investieren, um sich solch einen Platz zu schaffen. Dass Schaukeln nicht nur Kindern großes Vergnügen bereitet, sondern auch uns Erwachsenen positive Energie und ein entspanntes Glückgefühl vermittelt, lässt sich sogar wissenschaftlich belegen:

– Schaukeln stimuliert den Gleichgewichtssinn und aktiviert die Sinneswahrnehmungen

– Sanftes Wiegen hilft beim Einschlafen und wird als angenehm empfunden

– Wiegebewegungen machen glücklich und erzeugen ein intensives Wohlbefinden

– Schaukeln kann Schmerzen lindern – Im Gegensatz zu anderen Sinnesorganen kann der Gleichgewichtssinn nicht „ausgeschaltet“ werden, das heißt, er funktioniert auch im Schlaf

– Schaukelbewegungen fördern die Lernfähigkeit; Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration nehmen zu

– Schaukeln stärkt das Herz-Kreislaufsystem

– Rhythmisch gleichmäßige Bewegungen haben eine beruhigende Wirkung

Bei mir kann ich diesen Effekt schon beim Ansehen von einem schönen Bild von einem Hängesessel feststellen: augenblicklich stellt sich ein lässig entspanntes Urlaubsgefühl ein! Das Schönste aus innenarchitektonischer Sicht daran ist, dass sich Hängesessel und Schaukeln in jeden erdenklichen Einrichtungsstil integrieren lassen. Sie können als Eyecatcher, Designerstück, Stielbruchelement oder als DIY-Projekt umgesetzt werden und einen entsprechend leichten, kreativen, plüschigen oder modernen Charakter haben. Alles was sie brauchen ist ein bisschen Bewegungsfreiheit und eine feste Deckenverankerung. Hängesessel und Schaukeln sind immer ein Blickfang und werden eines nie sein: unauffällig und langweilig! Ein paar Inspirationen haben wir für Sie auf unserer Pinterest-Pinnwand „PURIST Schaukeln: wellness!“ gestellt.

Bei so vielen guten Gründen gibt es wohl kaum noch ein Gegenargument: als nächstes wird ein Hängesessel aufgehängt!

AUTORIN

doro

DOROTHEA KESS
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

d.kess@purist-design.de

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APRIL ‘17, PEAK #10
LICHTTECHNIK EINFACH MAL EINFACH

LICHTTECHNIK EINFACH MAL EINFACH

Design und Licht – Technik und Design, dann geht nichts an Occhio vorbei. LED Leuchten sind aus Gründen der Lebensdauer sowie des günstigen Stromverbrauchs in aller Munde. Problem ist aber oft, neben den Anschaffungskosten, der Einsatz in Bestandsräumen – also keinen Neubauten. Denn hier liegen beispielsweise noch keine 5-adrigen Leitungen, welche bei LED Leuchten aber oft wegen der Steuer- und Dimmbarkeit benötigt werden. Außerdem ist meist kein Platz für zusätzliche elektrische Steuerungseinheiten (Konverter u.ä.), da LED Leuchten normalerweise nicht mit 230V Wechselspannung klar kommen, sondern im Niedervolt-Bereich mit 12V arbeiten.

Für diese Verwendung hat Occhio den Umgang mit LED Licht in wunderbarerweise vereinfacht. Die interessante Neuentwicklung heißt: Occhio VOLT – light engine. Die erste 230V LED Leuchte. Diese Leuchte kann direkt mit normalem Lichtstrom (230V) eingesetzt werden, ohne dass man z.B. über 5-adrige Leitungen oder zusätzlichen Platz für Konverter etc. verfügt. Hier kann die Occhio VOLT LED Leuchte direkt an die beispielsweise 2- oder 3-adrige Verkabelung montiert werden. D.h. ohne zusätzlichen, externen Konverter oder aufwendige Neuverkabelung. In jedem Fall würden wir bei der Verkabelung eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung / FI-Schutzschalter, RCD empfehlen. Die VOLT LED Leuchte kann ebenfalls über einen gängigen Dimmer (Phasenabschnitt-Dimmung) gedimmt werden.

Möchte man die Leuchte zudem noch komplett und komfortabel (fern)steuern – also die Lichtstärke dimmen (dimming), die Lichtwärme verstellen (fading), das Ein/Aus Schalten (switching) oder eine Gruppierung sowie Licht-Szenarien einrichten, dann bietet Occhio zusätzlich mit dem Occhio Air Steuerungssystem eine weitere Neuerung an. Dieses Bluetooth basierende Steuerungssystem, welches über einen Controller oder via App per Smartphone die Leuchte steuern kann, ermöglicht eine simple und intuitive (Fern-)Bedienung mittels der kostenlosen Occhio Air App (iOS und Android) oder dem Occhio Air Controller. Dies ohne ein vorhandenes BUS System oder andere kostspielige Steuerungssysteme. Ein Occhio Air System (ca. €100) kann bis zu 150W versorgen, somit ein bis fünf Leuchten, Halogen wie LED.

Da die Leuchte sowie das Steuerungssystem natürlich voneinander unabhängig einsetzbar sind, finden wir diese Entwicklung sehr funktional und nützlich für die entsprechenden Einsatzbereiche. Denn die meisten Räume kommen erst richtig zur Geltung wenn sie entsprechend illuminiert sind und dies geschieht in diesem Fall auch noch energieeffizient. Weitere Informationen gerne bei uns direkt.

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axel

AXEL KREEB
Diplom-Ökonom, MBA, Geschäftsführer
PURIST GmbH, Ludwigsburg

a.kreeb@purist-design.de

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MäRZ ‘17, PEAK #11
MAJESTÄTISCHER ANBLICK

MAJESTÄTISCHER ANBLICK

An die Besuche bei meiner Dode (Schwäbisch: Tante) kann ich mich noch gut erinnern. In einem monströsen Wandschrank aus Nussbaum standen hinter Glastüren verschlossen, viele kleine und größere Porzellanfiguren. Niedliche Tierchen wie Rehe, Vögel, Hündchen und kleine Kinderfiguren – bunt angemalt und teilweise mit Gold verziert. Eine Inszenierung von einem kleinen Mädchen, das sich rührselig um ein kleines Rehkitz kümmert, hatte es mir damals sehr angetan. Es glich einem Feiertag, wenn meine Dode die Glasvitrine öffnete und die zierlichen Figürchen herausnahm – nicht zuletzt deshalb, weil die opulent verzierte Meissen-Porzellanschale mit Deckel immer Schokoladen-Pfefferminz Bonbons enthielt. Das war meine Empfindung hinsichtlich Porzellanfiguren als ich noch ein Kind war. Später als Teenager und nachher als Innenarchitekturstudentin konnte ich mir nun nicht mehr erklären, weshalb das Sammeln von äußerst kitschigen Figuren die große Freude älterer Damen darstellte. Nicht, dass ich mich heute als ältere Dame bezeichnen möchte, ist es nun ebenfalls um mich geschehen. Ich habe mich verliebt. In eine Porzellan Figur! Ganz zufällig beim Googeln hat mich das Antlitz einer Eule überwältigt. Die erhabene Haltung des Tieres, die handwerklich einzigartig gefertigten Details und das ebenmäßige feine weiße Porzellan ist für mich der Inbegriff von Eleganz.

Diese Porzellan Eule wurde 1921 von einem der bedeutendsten Tierbildhauer Max Esser (1885-1945) gestaltet und wird seither von der Porzellanmanufaktur Meissen hergestellt. Zu den bedeutendsten Werken von Esser zählen der „Dschelada-Affe“ im Berliner Tierpark und die Plastik „Fischotter“, die auf der Weltausstellung in Paris 1937 mit einem Grand Prix ausgezeichnet wurde.

Nicht wie in den alten Mythologien, in denen die Eule als Dämon gefürchtet war und der Unglücksbote bedeutete, ist die Esser Eule für mich ein Glücksfall. Und so flog sie zu meinem 40. Geburtstag direkt auf meine Fensterbank, auf der sie jetzt majestätisch thront und mich jeden Tag erfreut.

AUTORIN

yvonne

YVONNE KREEB
Dimplom-Ingenieurin, Geschäftsführerin
PURIST GmbH, Ludwigsburg

y.kreeb@purist-design.de

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1 Kommentar

  1. Bablofil 25. März 2017 um 5:18 Uhr- Antworten

    Thanks, great article.

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MäRZ ‘17, PEAK #12
BEGEISTERUNG, HOCHACHTUNG UND EIN BISSCHEN MITLEID …

Ich schwanke zwischen Begeisterung, Hochachtung und ein bisschen Mitleid …

Am 11.01.2017 wurde die Elbphilharmonie eingeweiht, ein hochfeierlicher Akt, endlich! Dieses Gebäude bewegt mich emotional aus vielen Gründen. Es steht in einer unglaublich tollen Stadt, an einem außergewöhnlich interessanten Platz und wurde zudem noch von meinen Lieblingsarchitekten geschaffen. Wie oft stand ich nun schon vor diesem Bauwerk, eingehüllt in Planen und von Gerüsten umgeben. Die Fertigstellung ließ lange auf sich warten, dies hatte wohl viele Gründe, aber um diese geht es mir hier nicht. Die Präzision mit welcher Herzog & de Meuron ihre Projekte umsetzen, welche Detailarbeit und Liebe zum Detail in allen Bereichen stecken und nicht zu vergessen die Geschichte hinter den Bauwerken, das sind die Dinge die mich begeistern.

Wo soll man anfangen, nahezu nichts entspricht bei der Elbphilharmonie einem Standard, die individuellen Fassadenelemente, alle präzise entwickelt und geformt, auf Höchstansprüche geprüft, denn die Fassade muss dem rauen Klima standhalten können. Die akustische Oberfläche im Konzertsaal, individuell gefräst, soll Sie höchste Ansprüche erfüllen und dabei dem Konzept des runden Konzertsaales, in welchem man sich als Teil des Ganzen fühlen soll gerecht werden. Die Bemühungen alle Geräusche des Konzertes im Inneren des Saales zu behalten, aber auch die lauten Hafengeräusche nicht ins Innere dringen zu lassen wurden durch eindrucksvolle Art und Weise realisiert, ein sozusagen schwebender komplett entkoppelter Saal ist entstanden. Die individuell gefertigten Leuchten, die eine Lichtstreuung erzeugen, welche die Fertigung einer mundgeblasenen Kugel an Ihre Grenzen brachte. Man könnte die Liste hier nun wahrscheinlich unendlich fortsetzen.

Meine Begeisterung habe ich hiermit zum Ausdruck gebracht, meine Hochachtung gilt den Architekten, Bauleitern, Handwerkern und allen Beteiligten die dieses Kunstwerk haben entstehen lassen. Und gleichzeitig habe ich ein bisschen Mitleid mit allen, denn ich kann mir gut vorstellen wie viele schlaflose Jahre, graue Haare und Verzweiflung mit diesem Bauwerk verbunden sein müssen.

Im Falle der Elbphilharmonie passt für mich vieles zusammen, die exponierte Lage auf einer Landzunge mitten im alten Hamburger Hafen, die spannende Mischung aus Alt und Neu. Die Art und Weise wie diese „Welle“ auf dem alten Kaispeicher thront und die große Neugier dieses Gebäude nun endlich einmal im fertigen Zustand zu sehen, den Innenraum real zu erleben, die Akustik und die unglaublichen Ausblicke nach draußen auf mich wirken zu lassen. Ich hoffe, dass ich dies sehr bald erleben darf und mich das Ganze in seinen Bann zieht so wie es vor vielen Jahren die Tate Modern in London geschafft hat.

AUTORIN

STEFANIE MARTIN
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

s.martin@purist-design.de

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