JANUAR ‘16

04.03.2017

PEAK #1

MäRZ ‘17, PEAK #1
MAJESTÄTISCHER ANBLICK

MAJESTÄTISCHER ANBLICK

An die Besuche bei meiner Dode (Schwäbisch: Tante) kann ich mich noch gut erinnern. In einem monströsen Wandschrank aus Nussbaum standen hinter Glastüren verschlossen, viele kleine und größere Porzellanfiguren. Niedliche Tierchen wie Rehe, Vögel, Hündchen und kleine Kinderfiguren – bunt angemalt und teilweise mit Gold verziert. Eine Inszenierung von einem kleinen Mädchen, das sich rührselig um ein kleines Rehkitz kümmert, hatte es mir damals sehr angetan. Es glich einem Feiertag, wenn meine Dode die Glasvitrine öffnete und die zierlichen Figürchen herausnahm – nicht zuletzt deshalb, weil die opulent verzierte Meissen-Porzellanschale mit Deckel immer Schokoladen-Pfefferminz Bonbons enthielt. Das war meine Empfindung hinsichtlich Porzellanfiguren als ich noch ein Kind war. Später als Teenager und nachher als Innenarchitekturstudentin konnte ich mir nun nicht mehr erklären, weshalb das Sammeln von äußerst kitschigen Figuren die große Freude älterer Damen darstellte. Nicht, dass ich mich heute als ältere Dame bezeichnen möchte, ist es nun ebenfalls um mich geschehen. Ich habe mich verliebt. In eine Porzellan Figur! Ganz zufällig beim Googeln hat mich das Antlitz einer Eule überwältigt. Die erhabene Haltung des Tieres, die handwerklich einzigartig gefertigten Details und das ebenmäßige feine weiße Porzellan ist für mich der Inbegriff von Eleganz.

Diese Porzellan Eule wurde 1921 von einem der bedeutendsten Tierbildhauer Max Esser (1885-1945) gestaltet und wird seither von der Porzellanmanufaktur Meissen hergestellt. Zu den bedeutendsten Werken von Esser zählen der „Dschelada-Affe“ im Berliner Tierpark und die Plastik „Fischotter“, die auf der Weltausstellung in Paris 1937 mit einem Grand Prix ausgezeichnet wurde.

Nicht wie in den alten Mythologien, in denen die Eule als Dämon gefürchtet war und der Unglücksbote bedeutete, ist die Esser Eule für mich ein Glücksfall. Und so flog sie zu meinem 40. Geburtstag direkt auf meine Fensterbank, auf der sie jetzt majestätisch thront und mich jeden Tag erfreut.

AUTORIN

yvonne

YVONNE KREEB
Dimplom-Ingenieurin, Geschäftsführerin
PURIST GmbH, Ludwigsburg

y.kreeb@purist-design.de

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MäRZ ‘17, PEAK #2
BEGEISTERUNG, HOCHACHTUNG UND EIN BISSCHEN MITLEID …

Ich schwanke zwischen Begeisterung, Hochachtung und ein bisschen Mitleid …

Am 11.01.2017 wurde die Elbphilharmonie eingeweiht, ein hochfeierlicher Akt, endlich! Dieses Gebäude bewegt mich emotional aus vielen Gründen. Es steht in einer unglaublich tollen Stadt, an einem außergewöhnlich interessanten Platz und wurde zudem noch von meinen Lieblingsarchitekten geschaffen. Wie oft stand ich nun schon vor diesem Bauwerk, eingehüllt in Planen und von Gerüsten umgeben. Die Fertigstellung ließ lange auf sich warten, dies hatte wohl viele Gründe, aber um diese geht es mir hier nicht. Die Präzision mit welcher Herzog & de Meuron ihre Projekte umsetzen, welche Detailarbeit und Liebe zum Detail in allen Bereichen stecken und nicht zu vergessen die Geschichte hinter den Bauwerken, das sind die Dinge die mich begeistern.

Wo soll man anfangen, nahezu nichts entspricht bei der Elbphilharmonie einem Standard, die individuellen Fassadenelemente, alle präzise entwickelt und geformt, auf Höchstansprüche geprüft, denn die Fassade muss dem rauen Klima standhalten können. Die akustische Oberfläche im Konzertsaal, individuell gefräst, soll Sie höchste Ansprüche erfüllen und dabei dem Konzept des runden Konzertsaales, in welchem man sich als Teil des Ganzen fühlen soll gerecht werden. Die Bemühungen alle Geräusche des Konzertes im Inneren des Saales zu behalten, aber auch die lauten Hafengeräusche nicht ins Innere dringen zu lassen wurden durch eindrucksvolle Art und Weise realisiert, ein sozusagen schwebender komplett entkoppelter Saal ist entstanden. Die individuell gefertigten Leuchten, die eine Lichtstreuung erzeugen, welche die Fertigung einer mundgeblasenen Kugel an Ihre Grenzen brachte. Man könnte die Liste hier nun wahrscheinlich unendlich fortsetzen.

Meine Begeisterung habe ich hiermit zum Ausdruck gebracht, meine Hochachtung gilt den Architekten, Bauleitern, Handwerkern und allen Beteiligten die dieses Kunstwerk haben entstehen lassen. Und gleichzeitig habe ich ein bisschen Mitleid mit allen, denn ich kann mir gut vorstellen wie viele schlaflose Jahre, graue Haare und Verzweiflung mit diesem Bauwerk verbunden sein müssen.

Im Falle der Elbphilharmonie passt für mich vieles zusammen, die exponierte Lage auf einer Landzunge mitten im alten Hamburger Hafen, die spannende Mischung aus Alt und Neu. Die Art und Weise wie diese „Welle“ auf dem alten Kaispeicher thront und die große Neugier dieses Gebäude nun endlich einmal im fertigen Zustand zu sehen, den Innenraum real zu erleben, die Akustik und die unglaublichen Ausblicke nach draußen auf mich wirken zu lassen. Ich hoffe, dass ich dies sehr bald erleben darf und mich das Ganze in seinen Bann zieht so wie es vor vielen Jahren die Tate Modern in London geschafft hat.

AUTORIN

STEFANIE MARTIN
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

s.martin@purist-design.de

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MäRZ ‘17, PEAK #3
HÄKELMASCHEN

Häkelmaschen

Ein „Häkeldeckchen“ verbinde ich im ersten Moment natürlich mit einem verstaubten Deckchen auf dem kleinen Telefontisch mit Intarsien aus Kirschbaumholz. Zum Schutz des Intarsienbildes ist dieses mit einer Glasplatte abgedeckt auf der ein kleines rundes Häckeldeckchen liegt. Und alles macht den Eindruck als wäre es seit 100 Jahren nicht verändert oder bewegt worden. Und dann gibt es Designer, die es schaffen solche Dinge, die eigentlich nur mit Begriffen wie „altbacken“,„verstaubt“ und absolut „unmodern“ belegt sind, völlig neu zu interpretieren. Sie schaffen es mit relativ kleinen Veränderungen den zweifellos vorhandenen Charme des Alten mitzunehmen und in einen völlig neuen und modernen Kontext zu stellen.

Ich bin immer fasziniert von überraschendem Design und meine liebste Neuinterpretation von einem Häckeldeckchen ist der kleine Crochet Table vom Designer Marcel Wanders.

In einer ganz anderen Dimension bewegen sich die Designer aus dem Designbüro De Makers Van aus Amsterdam. In dem sie die feinen Häkelspitzen auf die Dimension von Zäunen und Gebäudefassaden vergrößerten entstand ein völlig neuer Eindruck von der ursprünglich zarten Handarbeit einer Häkelspitze. Dies gelang durch die Kombination von industriellem Maschendrahtzaun in Verbindung mit der feinen Struktur von Häkelmaschen. Und so bekommtein ganz gewöhnlicher Maschendrahtzaun plötzlich eine kunstfertige Anmutung ohne auch nur ansatzweise verstaubt zu wirken – eine wunderschöne Verwandlung von beiden Komponenten.

Quelle:  Designer Crochet Table: http://www.marcelwanders.com
Hersteller Crochet Table: https://www.moooi.com
Entwurf Häkelfassade: http://www.demakersvan.com
Hersteller Häkelfassade: www.lacefence.com]

AUTORIN

doro

DOROTHEA KESS
Diplom-Ingenieurin, Innenarchitektur
PURIST GmbH, Ludwigsburg

d.kess@purist-design.de

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MäRZ ‘17, PEAK #4
ARISEN FROM THE SAMURAI SWORD TRADITION

ARISEN FROM THE SAMURAI SWORD TRADITION

KAI Kochmesser – scharf, einzigartig sowie für den täglichen Gebrauch

Wenn man das Glück hat täglich mit schönen Dingen arbeiten zu dürfen, richtet sich der Blick auch einmal abseits von Produkten des Einrichtens, dem Innenraum bzw. der Architektur per se. Er bleibt jedoch wie selbstverständlich bei gutem Design, hoher Handwerkskunst sowie funktionaler Qualität. Dies transportiert auf die Küche, das Kochen so kommt man an den wunderschönen japanischen Kochmessern von KAI nicht vorbei.

Die asiatische Mischung aus Purismus und Funktionalität, gepaart mit überzeugender Qualität macht
die Schneidewaren mit exzellenter Schärfe und Langlebigkeit des 1908 in Seki / Japan gegründeten Unternehmens zu den Besten der Welt. Die Modellvielfalt ist schlicht beeindruckend. Es gibt zahlreiche und speziell aufgelegte Serien mit einer jeweils unterschiedlichen Anzahl von Formen und Zubehör. Bspw.: SHUN CLASSIC, SHUN PRO SHO, SHUN KAJI, SHUN PREMIER TM, SEKI MAGOROKU, COMPOSITE, SEKI MAGOROKU VINTAGE, SEKI MAGOROKU RED WOOD, WASABI BLACK PURE KOMACHI-2, SHI HOU 3  [Quelle:  http://kai-europe.com/kitchen/serien.php?lang=]

Für mich haben die Damast-Serien mit einem Rockwell Härtegrad von 61 HRC und mehr sowie Ihrer vielschichtigen Maserung die größte Faszination. Die Härte einer Klinge ist der mechanische Widerstand, den ein Werkstoff der mechanischen Eindringung eines anderen Körpers entgegensetzt. Die Qualität einer Messerklinge hängt deshalb zum großen Teil von der richtigen Härte des Messerstahls ab. Je härter eine Messerklinge ist, umso weniger Verschleiß entsteht bei einer korrekten Benutzung. Die scharfe Schneide von Küchenmessern ist nur einen Bruchteil von einem Millimeter dick. Die Schärfe erleichtert das Schneiden, schont die Nährstoffe und schützt vor Geschmacksverlust. Beim Schneiden werden die Fasern zertrennt. Je schärfer ein Messer also ist, umso sauberer ist der Schnitt und je geringer der Verlust von Vitaminen und Geschmacksstoffen bei der folgenden Zubereitung.

Durch eine höhere Härte bleibt die Schneide länger scharf und hat in der Folge eine bessere Schnitthaltigkeit. Günstige, weiche Küchenmesser haben häufig eine Härte von nur 52 bis 53 HRC. Solche Messer werden bereits nach kurzer Zeit stumpf und müssen ständig nachgeschärft werden. Gute deutsche Küchenmesser von WMF, Zwilling, Wüsthof oder Dick liegen meistens zwischen 55 und 57 HRC. Hochwertige Japan-Messer haben abhängig von der Marke und dem Einsatzzweck eine Härte zwischen 57 und 64 HRC (noch härtere Messer sind Keramik Messer). Eine größere Härte bedeutet aber gleichzeitig eine geringere Flexibilität der Messerklinge. Zu harte Messerklingen können durch falsche Benutzung leichter beschädigt werden. Aus diesem Grund werden Messerklingen ab einer Härte von 60 HRC in den meisten Fällen als Damast Messer gefertigt. Der Begriff Damast oder Damaszener Stahl bezeichnet einen Werkstoff aus einer oder mehreren Eisen-/Stahlsorten, der in poliertem oder geätztem Zustand eine klare Struktur aus mehreren, sich abwechselnden Lagen unterschiedlichen Ausgangsmaterials erkennen lässt (gefalteter Stahl).

Bei diesen Damast Messern aus Japan schützen mehrere Lagen harten und zähen Klingenstahles die Klinge und damit die besonders harte, scharfe und empfindliche Schneide. Die japanischen Kai Shun Damaszener Messer werden aus einem 32-lagigen Damast Stahl gefertigt. Durch den hochwertigen Klingenstahl behalten sie die für Japan-Messer übliche extreme Schärfe besonders lang. Der Holzgriff der Shun Messer aus japanischem Pakka Holz macht sie zusammen mit der individuellen Damast Maserung zu edlen Unikaten.
Tipp: solche Messer sind nach Gebrauch kurz mit warmen Wasser abzuspülen – keine Spülmaschine.

Wer solche Messer einmal live in Action sehen möchte, dem empfehle ich einen Besuch in einem traditionellem japanischen Teppanyaki Steakhouse. Japanische Teppanyaki Steakhäuser gibt es eigentlich in vielen deutschen Großstädten und international (z.B. Benihana Inc.) sowieso. In Augsburg findet sich das schöne Restaurant MANYO [http://www.manyo.de/]. Üblich sind immer unterschiedliche Menüs mit einer Auswahl an Steak, Fisch, Lobster etc. Teppanyaki (鉄板 焼き, teppan-yaki) ist ein Stil der japanischen Küche, welcher zum Kochen eine Art eiserne Kochplatte verwendet. Das Wort Teppanyaki ist von Teppan (鉄 板), was wörtlich Eisenplatte bedeutet und Yaki (焼 き), was so viel wie gegrillt, gebraten bedeutet. Neben dem guten Essen ist meistens die Show der Küchenchefs sehr unterhaltsam und sehenswert. Wer also, neben dem Steak, Lust auf diese Messer bekommen hat, dem empfehle ich als Einstieg – kein Steakmesser, sondern das Brotmesser DM-0705 (Klinge 23cm) der SHUN CLASSIC Serie. Sehr funktional und scharf. Viel Spaß damit.

AUTOR

axel

AXEL KREEB
Diplom-Ökonom, MBA, Geschäftsführer
PURIST GmbH, Ludwigsburg

a.kreeb@purist-design.de

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PEAKS MäRZ

PEAK #2

BEGEISTERUNG, HOCHACHTUNG UND EIN BISSCHEN MITLEID …

PEAK #3

HÄKELMASCHEN

PEAK #4

ARISEN FROM THE SAMURAI SWORD TRADITION